Kernpunkt der Qualitätskontrolle bei der Lebensmittelproduktion ist die Sicherheit der Produkte. Um diese gewährleisten zu können, ist eine geeignete Risikoanalyse unumgänglich. Neben toxischen und mikrobiologischen Faktoren spielt das allergene Potential bestimmter Lebensmittelkomponenten, die bei Allergiebetroffenen gegebenen Falls bereits in geringen Konzentrationen eine schwere bis lebensgefährliche Reaktion auslösen können, eine entscheidende Rolle. Um beispielsweise Gefahren durch produktionsbedingte Kreuzkontaminationen einschätzen zu können, ist eine zuverlässige Information über die Mengen allergener Komponenten im Endprodukt unerlässlich.
Auch wenn die Gesetzgebung der EU bislang lediglich im Anhang der III der 2007/68/EG potentiell allergene Lebensmittelkomponenten als Kennzeichnungspflichtig auflistet, ohne Grenzwerte dafür anzugeben, sind solche konzentrationsbezogenen „Action level“ durch Initiativen wie EU-VITAL in greifbare Nähe gerückt. Nicht zuletzt weil der Status Quo der Regulierung Hersteller und Handel aus Gründen der Produkthaftung dazu verleitet immer häufiger wenig hilfreiche Formulierungen wie „Kann Spuren von … enthalten“ zu verwenden. EU-VITAL orientiert sich an andernorts bereits etablierten Systemen wie dem australisch-neuseeländischem VITAL, das bereits Action Levels für die Allergendeklaration definiert oder dem Codex Alimentarius, der einen Grenzwert für die Deklaration „Glutenfrei“ festgelegt hat.
Voraussetzung für all diese Aktivitäten ist aber eine Analytik, die alle entsprechenden allergenen Komponenten in den relevanten, niedrigen Konzentrationsbereichen zuverlässig quantifizieren kann. Wie gezeigt (siehe Information SureFood® Allergen-Analytik), ist die real-time PCR sehr gut für die Analyse von allergenen Bestandteilen in Lebensmittelprodukten geeignet. Prinzipiell liefert die real-time PCR immer auch eine quantitative Information über den Ct-Wert, der mit Hilfe einer Standardgeraden einer ursprünglichen Kopienzahl der Zielsequenz zugeordnet werden kann. Entscheidend für den Bezug dieser Information auf die relevante Größenordnung mg allergener Bestandteil / kg Lebensmittel [ppm] ist allerdings die Verwendung eines Vergleichsmaterials mit bekannter Konzentration des Analyten.
Mit dem SureFood® QUANTARD Allergen 40 ist nun so eine Referenz verfügbar: In einer Maismehlmatrix sind darin alle relevanten allergenen Lebensmittelkomponenten auf eine Konzentration von 40 ppm eingestellt. Dieses Material wird parallel zu den Proben unbekannter Konzentration extrahiert, mit der real-time PCR analysiert und dient im Vergleich schließlich zur Zuordnung der Ct und Kopienzahl-Ergebnisse der unbekannten Proben in ppm.
Dieses Verfahren liefert zuverlässige, präzise Ergebnisse für die Bestimmung von allergenen Lebensmittelbestandteilen. Als Vergleichsmaterial können neben dem SureFood® QUANTARD Allergen 40 auch andere, geeignete Referenzen bekannter Konzentration mit den SureFood® ALLERGEN QUANT Kits verwendet werden, die z.B. größere Ähnlichkeit zu den untersuchten Lebensmittelmatrices haben. Damit können Matrixeffekte noch stärker berücksichtigt werden, als mit einem allgemeinen Vergleichsmaterial.